Cannabis-Forschung
12-Monate-Studie bestätigt, dass Cannabis das tägliche Leben von Patienten verbessert

Kann medizinisches Cannabis das Leben von Menschen mit chronischen Erkrankungen tatsächlich verbessern? Eine neue australische Studie1 bestätigt dies, und bemerkenswerterweise sind die Verbesserungen nicht nur vorübergehend.
Die Forscher hinter dieser QUEST-Initiative (QUality of life Evaluation STudy) beobachteten über 2.300 Patienten über einen Zeitraum von 12 Monaten nach der Verschreibung von Cannabisöl. Was gefunden wurde, war ermutigend: Bei einer breiten Palette von Gesundheitsproblemen, von chronischen Schmerzen und Schlafstörungen bis hin zu Angstzuständen und Depressionen, berichteten die Patienten, dass sie sich besser fühlten, tiefer schliefen, weniger Sorgen hatten und sogar ihre Notwendigkeit für andere Medikamente wie Opioiden reduzierten – ein Vorteil, der in letzter Zeit zunehmend Beachtung findet.
Warum diese Studie wichtig ist
Australien legalisierte medizinisches Cannabis im Jahr 2016. Seitdem hat das Land über eine Million Patienten gesehen, die zur Pflanze greifen, um alles von Schmerzen bis hin zu PTBS zu bewältigen. Trotzdem sind Langzeitstudien rar, was diese Initiative zu einer interessanten Überlegung macht.
Was sich über 12 Monate verbesserte?
Von Forschern der Universität Sydney geleitet, erhielten die Erwachsenen Cannabisöle mit unterschiedlichen Zusammensetzungen, die sich in den Verhältnissen von THC und CBD unterschieden. Die Patienten füllten detaillierte Umfragen aus, um ihre Lebensqualität, Schmerzlevel, Stimmung, Schlafmuster und andere Aspekte ihres Wohlbefindens zu bewerten. Die meisten hatten mit mehr als einer Gesundheitsstörung zu kämpfen. Welche Erkenntnisse lieferten die anschließenden Nachuntersuchungen?
1. Die Lebensqualität stieg
Unabhängig davon, ob es um emotionales, physisches oder psychisches Wohlbefinden ging, sagten die Menschen, sie fühlten sich insgesamt einfach besser. Tatsächlich verbesserten sich ihre Gesundheitsscores um fast 20 %, was als klinisch bedeutsame Veränderung gilt.
2. Der Schlaf verbesserte sich
Bei näherer Betrachtung wurde festgestellt, dass diejenigen mit Schlafstörungen tiefer schliefen, was einem Rückgang der Schlafstörungen um 13 % bei denjenigen entsprach, die an solchen Störungen litten. Es ist nicht verwunderlich, dass sich das allgemeine Wohlbefinden verbesserte, da allein diese Auswirkung auf den Schlaf einen echten Unterschied im täglichen Leben bewirken kann.
3. Weniger Schmerzen, insbesondere chronische Schmerzen
Einer der bekanntesten und anerkanntesten Einsatzfälle für Cannabis ist die Behandlung von leichten Schmerzen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Patienten berichteten, dass ihre Schmerzintensität und wie sehr sie ihr tägliches Leben beeinträchtigten, deutlich abnahmen.
4. Die Stimmung hob sich für diejenigen mit Angstzuständen oder Depressionen
Dann gibt es diejenigen, die auf Cannabis für ihre psychische Gesundheit angewiesen sind. In dieser Studie sahen diejenigen, die an Angstzuständen litten, ihre Stresslevel von “schwer” auf “mäßig” sinken. Darüber hinaus verzeichneten diejenigen mit Depressionen im Durchschnitt einen Rückgang der Symptome um 30 %.
5. Die Medikamenteneinnahme sank
Schließlich ist ein Nebenvorteil der Schmerzbehandlung, der in letzter Zeit zunehmend Beachtung findet, die Verringerung der Abhängigkeit von potenten und suchterzeugenden Medikamenten wie Opioiden. In der Studie wurde berichtet, dass fast die Hälfte der Patienten die Einnahme von mindestens einem anderen Medikament reduzierte oder einstellte.
Im Hinblick auf Opioiden konnten 7 von 10 Nutzern ihre Einnahme reduzieren oder nach Beginn der medizinischen Cannabis-Therapie einstellen.
THC oder CBD: Was funktioniert besser?
Wir wissen also, dass medizinisches Cannabis einige fantastische Vorteile bietet – das ist klar. Wie präsentierte sich dies bei den Cannabisölen mit unterschiedlichen Zusammensetzungen?
Wie erwähnt, untersuchte die Studie, wie unterschiedliche Cannabisöl-Formulierungen – einige mit hohem THC-Gehalt, andere mit hohem CBD-Gehalt – die Patienten über einen längeren Zeitraum beeinflussten. Es stellte sich heraus, dass THC-dominante Produkte im Allgemeinen wirksamer für die Verbesserung der Schlafqualität und die Linderung von Angstzuständen und Depressionen waren.
CBD-dominante Öle zeigten größere Vorteile bei der Behandlung bestimmter Schmerzarten, insbesondere muskuloskelettaler Probleme und krebsbedingter Beschwerden.
Wenn es jedoch um allgemeine chronische Schmerzen ging, waren die Ergebnisse ermutigend, da die Patienten unabhängig vom THC-zu-CBD-Verhältnis in ihrer Medikation Verbesserungen sahen.
Die Zusammenfassung
Während dies kein klinischer Versuch war, war es ein realistisches Bild davon, was passiert, wenn Menschen monate- oder sogar jahrelang medizinisches Cannabis verwenden. Und für die meisten von ihnen ist die Antwort einfach: Sie fühlen sich besser.
Patienten mit Schmerzen, Angstzuständen, Schlafstörungen und Erschöpfung sahen kontinuierliche, anhaltende Verbesserungen. Das bedeutete, weniger Tabletten einnehmen, besser schlafen, weniger Schmerzen erleben und eine verbesserte Stimmung. Insgesamt ist das ein Sieg nach jedem Standard.
Während Cannabis kein Wundermittel ist, bietet diese Studie überzeugende Beweise, dass es für viele Menschen mit chronischen Erkrankungen eine sichere, langfristige Option sein kann, die in Betracht gezogen werden sollte – insbesondere wenn andere Behandlungen versagen.
Zitierte Studien:
1. Tait, M-A., et al. (2025). Improvements in health-related quality of life are maintained long-term in patients prescribed medicinal cannabis in Australia: The QUEST Initiative 12-month follow-up observational study. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0320756
