Gesundheit & Wellness
Läuferhoch: Verursacht durch Endorphine oder Cannabinoide?
Seit Jahrzehnten wird das Konzept des “Läuferhochs” der Freisetzung von Endorphinen während des Trainings zugeschrieben, was ein euphorisches Gefühl verursacht, das Athleten immer wieder zurückkehren lässt. Neuere Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass ein weiterer Faktor hinter diesem Phänomen stecken könnte: das Endocannabinoid-System (ECS). MyCannabis hatte ein Gespräch mit Jesús Visoca Ros, der Licht auf eine Studie warf, die die langgehegte Überzeugung in Frage stellt, dass Endorphine allein für das Läuferhoch verantwortlich sind.
In dieser Studie versuchten die Forscher, das Geheimnis hinter dem Läuferhoch aufzudecken, indem sie die Rolle von Endorphinen und Endocannabinoiden während des Trainings untersuchten. Im Gegensatz zur herkömmlichen Weisheit, die auf Endorphine hinwies, zeigte die Studie eine andere Geschichte. Als die Teilnehmer der Studie körperliche Aktivität ausübten, setzten ihre Körper Anandamid, ein wichtiger Endocannabinoid, frei, der euphorische Gefühle und Lustgefühle auslöste.
Was wirklich bemerkenswert ist, ist, dass die euphorische Wirkung anhielt, als die Forscher das Endorphin-System mit Antagonisten blockierten. Als sie jedoch das Endocannabinoid-System mit Antagonisten angriffen, wurde die Wirkung vollständig aufgehoben. Diese entscheidende Entdeckung führte zu dem Schluss, dass das Läuferhoch hauptsächlich durch Endocannabinoide und nicht durch Endorphine vermittelt wird.
Die Auswirkungen dieser Entdeckung sind tiefgreifend.
Durch das Verständnis der Rolle des ECS bei der Produktion von Euphorie und der Modulation der Schmerzwahrnehmung während des Trainings können Forscher neue Wege für die Behandlung von chronischen Schmerzzuständen erforschen. Darüber hinaus fordert diese Forschung die traditionellen Ansichten über die Mechanismen, die dem Läuferhoch zugrunde liegen, heraus und ebnet den Weg für ein tieferes Verständnis des ECS und seines therapeutischen Potenzials.
“Und obwohl Endorphine helfen, Muskeln vor Schmerzen zu schützen, ist es unwahrscheinlich, dass Endorphine im Blut zu einem euphorischen Gefühl oder irgendeiner Stimmungsänderung beitragen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Endorphine die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden”, sagt John Hopkins-Professor für Neurowissenschaften David Linden, Ph.D..
Aus dieser und anderen bestätigenden Forschungsergebnissen ist klar, dass das ECS immense Versprechungen für die Zukunft der Medizin birgt. Von Schmerzmanagement bis hin zur Stimmungsregulation spielt das ECS eine vielfältige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden. Also denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal während Ihres morgendlichen Laufs dieses euphorische Gefühl erleben – es sind nicht nur Ihre Endorphine, die eine Rolle spielen, sondern auch Ihre Endocannabinoide.












