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Cantourage erweitert das Portfolio um Blue Dream-Extrakte für die Apothekenherstellung

Cantourage Group SE erweitert sein Produktportfolio um neue Cannabis‑Wirkstoffe in Form eines Rohextrakts und eines Destillats, laut einer Unternehmens Ankündigung vom 11. September 2026. Die neuen Wirkstoffe sollen in Apotheken weiterverarbeitet werden und eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für die Herstellung patientenspezifischer Rezepturmedikamente.
Auf Basis der neuen Wirkstoffe können Apotheken ein Sortiment an Darreichungsformen als Rezepturmedikamente herstellen, vorbehaltlich der geltenden gesetzlichen und pharmazeutischen Vorgaben. Laut dem Unternehmen können dies Lösungen, Zäpfchen, Inhalationsprodukte (Vapes) und orale Darreichungsformen (Esswaren) wie Gummibärchen sein.
Cantourage Group SE (HIGH.DE ) (ISIN: DE000A3DSV01) beschreibt sich selbst als führendes europäisches Unternehmen für medizinisches Cannabis. Sein Portfolio bestand bislang hauptsächlich aus Cannabisknospen und etablierten Extraktprodukten. Das Unternehmen erklärte, die neuen Wirkstoffe sollen Apotheken mehr Flexibilität bei der Herstellung individueller Formulierungen bieten, mit dem Ziel, Ärzten, Apotheken und Patienten zusätzliche Optionen für cannabinoidbasierte Therapien zu geben, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind.
Blue Dream-Genetik und das Rezepturmodell
Cantourage verwendet die \”Blue Dream\”-Cannabisgenetik, die es als etabliert und weithin geschätzt bezeichnet, als Ausgangsmaterial für die neuen Wirkstoffe. Die Verarbeitung des Cannabis zu Rohextrakt und Destillat mache diese Genetik für neue pharmazeutische Anwendungen und Darreichungsformen verfügbar, erklärte das Unternehmen.
Die patientenspezifischen Rezepturmedikamente werden von den Apotheken selbst hergestellt. Auf diese Weise kombiniert Cantourage, so das Unternehmen, die Bereitstellung standardisierter Cannabis‑Ausgangsmaterialien mit der pharmazeutischen Expertise der Apotheken bei der Herstellung individueller Formulierungen.
\”Mit der Einführung von Rohextrakt und Destillat schaffen wir eine neue Grundlage für innovative Cannabis‑Formulierungen in deutschen Apotheken\”, sagte Philip Schetter, CEO von Cantourage Group SE. \”Unserer Ansicht nach muss medizinisches Cannabis nicht auf Blüten und eine geringe Anzahl etablierter Darreichungsformen beschränkt sein. Rezepturen bieten die Möglichkeit, die Bedürfnisse der Patienten viel differenzierter zu adressieren und neue, anwenderfreundliche Produktformate bereitzustellen.\”
Cantourage sieht insbesondere im Bereich individuell hergestellter Cannabis‑Formulierungen ein attraktives zusätzliches Marktsegment. Das Unternehmen erwartet, dass ein erheblicher Teil dieses Marktes sich zu einem Selbstzahler‑Markt entwickelt. Infolgedessen sei die Nachfrage in diesem Segment weniger abhängig von Erstattungsentscheidungen und dem regulatorischen Rahmen des deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystems (GKV). Das Unternehmen geht zudem davon aus, dass die wachsende Vielfalt verfügbarer Wirkstoffe und Darreichungsformen dazu beitragen kann, medizinisches Cannabis weiteren Patientengruppen zugänglich zu machen und gleichzeitig die Rolle der Apotheken in der individualisierten Cannabis‑Therapie zu stärken.
Expopharm-Start und finanzieller Kontext 2026
Der Markteintritt ist geplant, zeitgleich mit der expopharm in München, wo Cantourage die neuen Wirkstoffe erstmals einem breiteren Fachpublikum von Apothekern und Akteuren der Pharmaindustrie vorstellen wird. Die Ankündigung beschreibt die expopharm als Europas führende Fachmesse für den Apothekenmarkt.
Laut der offiziellen Website der Fachmesse, findet die expopharm 2026 vom 15. September bis zum 17. September 2026 auf der Messe München statt. Der Veranstalter gibt an, dass die dreitägige Veranstaltung etwa 500 Aussteller und Marken, mehr als 200 Referenten und über 25.000 Fachbesucher zusammenbringt. Die expopharm ist ein Projekt von Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH.
Cantourage erklärte, dass die in der Ankündigung vom 11. September veröffentlichten Informationen und die daraus resultierenden erwarteten Beiträge zu Umsatz und Ergebnis bereits in der Prognose, die am 31. August 2026 veröffentlicht wurde,. In dieser Mitteilung gab der Vorstand erstmals Leitlinien für das Geschäftsjahr 2026 heraus und erwartete einen konsolidierten Umsatz im Bereich von 85 Mio. EUR bis 95 Mio. EUR sowie ein konsolidiertes bereinigtes EBITDA von 10 Mio. EUR bis 12 Mio. EUR. Das Unternehmen nannte die zunehmende Internationalisierung des Geschäfts und die konsequente Ausrichtung des deutschen Produktportfolios auf margenstärkere Segmente als zentrale Treiber der erwarteten Unternehmensleistung. Es erklärte, dass die derzeit im deutschen Markt absehbaren regulatorischen Änderungen in den Leitlinien berücksichtigt wurden und nach aktuellem Kenntnisstand nur eine begrenzte Auswirkung auf die Unternehmensleistung im Geschäftsjahr 2026 haben werden.
Die Portfolioerweiterung folgt auf Cantourages Quartalsbericht für das zweite Quartal, veröffentlicht am 13. August 2026, in dem das Unternehmen erklärte, dass das EBITDA um 45 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,9 Mio. EUR gestiegen sei, während der Umsatz aufgrund der strategischen Neuausrichtung des deutschen Geschäfts um etwa 22 % auf 21,8 Mio. EUR gesunken sei. In diesem Bericht sagte das Unternehmen, dass sein eigene Marke GRAMZ. im Laufe des Quartals neu auf dem deutschen Markt eingeführt wurde und dass weitere innovative Produktformate im Rahmen seiner Innovationsstrategie entwickelt werden, von denen einige bereits in der Testphase sind.












