Cannabis-Forschung
Orales CBD kann helfen, chemotherapieinduzierte periphere Neuropathie zu verhindern

Die chemotherapieinduzierte periphere Neuropathie (CIPN) ist eine debilitierende Nebenwirkung, die viele Krebspatienten erleben, oft mit anhaltenden Nervenschäden in Händen und Füßen. Neue Forschung1 aus der Abteilung für Klinische Onkologie und Palliativmedizin am Zealand University Hospital in Dänemark legt nahe, dass orales Cannabidiol (CBD) einen präventiven Ansatz bieten könnte, indem es frühzeitige CIPN-Symptome ohne schwerwiegende unerwünschte Effekte reduziert.
Die periphere Neuropathie tritt auf, wenn periphere Nerven geschädigt werden, was zu Schwäche, Taubheit, Kribbeln und Schmerzen in den Extremitäten führt. Während häufige Ursachen Diabetes, Verletzungen und Exposition gegenüber Toxinen umfassen, sind Chemotherapie-Medikamente wie Oxaliplatin und Paclitaxel bekannte Auslöser. Aktuelle Behandlungen – wie Antikonvulsiva (z. B. Diazepam), Antidepressiva (z. B. Amitriptylin) und milde Opioiden – konzentrieren sich auf die Symptombehandlung und nicht auf die Prävention, und der langfristige Einsatz birgt Risiken wie Abhängigkeit und Nebenwirkungen.
Was ist CBD und wie könnte es helfen?
Cannabidiol (CBD) ist eines von vielen natürlich vorkommenden Phytocannabinoiden, die in Cannabis gefunden werden. Forschung hat therapeutische Vorteile in Bereichen wie Anfallsreduzierung, chronischer Schmerzlinderung und Angstmanagement nachgewiesen. Wissenschaftler haben auch das neuroprotective Potenzial von CBD2 erforscht, was die Möglichkeit von Anwendungen bei nervenbedingten Erkrankungen aufwirft.
In dieser dänischen Studie3 erhielten Krebspatienten, die Oxaliplatin oder Paclitaxel erhalten sollten, orales CBD in einer Dosis von 150 mg zweimal täglich. Die Behandlung begann einen Tag vor der Chemotherapie und dauerte acht Tage an. Eine Kontrollgruppe erhielt kein CBD.
Am Ende der Studie zeigten die Ergebnisse, dass Patienten, die CBD einnahmen, eine Reduzierung des frühzeitigen Auftretens von CIPN-Symptomen erlebten, ohne dass schwerwiegende unerwünschte Effekte auftraten. Dies legt nahe, dass CBD einen präventiven Vorteil bieten könnte, anstatt nur als postonsetbehandlung zu dienen.
Warum dies für die Prävention von CIPN wichtig ist
CIPN kann die Lebensqualität eines Patienten erheblich beeinträchtigen, oft die Mobilität einschränken und alltägliche Aufgaben erschweren. In einigen Fällen persistieren Symptome lange nach dem Ende der Chemotherapie. Eine präventive Option wie CBD könnte einen bedeutenden Schritt nach vorne darstellen, den Bedarf an langfristigen Medikamenten reduzierend, die ihre eigenen Komplikationen mit sich bringen.
Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, betonen Forscher, dass mehr Beweise benötigt werden. Größere, randomisierte klinische Studien werden unerlässlich sein, um die Wirksamkeit zu bestätigen, die Dosierung zu verfeinern und die langfristige Sicherheit zu erforschen.
| Feature | Aktuelle CIPN-Behandlungen | Orales CBD (nach 2022-Studie) |
|---|---|---|
| Primärer Zweck | Symptombehandlung nach Auftreten | Prävention und frühzeitige Symptomreduzierung |
| Gängige Beispiele | Antikonvulsiva, Antidepressiva, milde Opioiden | 150 mg orales CBD zweimal täglich für 8 Tage, beginnend vor der Chemotherapie |
| Mechanismus | Verändert die Nervensignalisierung, um die Schmerzwahrnehmung zu reduzieren | Potenzielle Neuroprotektion, reduziert Entzündungen, unterstützt die Nervengesundheit |
| Effekt auf die Krankheitsprogression | Kein Effekt auf die zugrunde liegende Nervenschädigung | Kann das frühzeitige Auftreten von Nervenschäden verlangsamen oder verhindern |
| Nebenwirkungsprofil | Potenzielle Sedierung, Schwindel, Abhängigkeitsrisiko | Keine schwerwiegenden unerwünschten Effekte in der Studie berichtet |
Was kommt als Nächstes für die CBD-Forschung?
Das neuroprotective Potenzial von CBD wurde in der wissenschaftlichen Gemeinschaft diskutiert, aber seine Rolle bei der Prävention von CIPN wird erst beginnend erforscht. Diese Studie fügt sich in eine wachsende Beweislage ein, die die vielfältigen medizinischen Anwendungen von CBD unterstützt. Wenn zukünftige Studien diese Ergebnisse bestätigen, könnte CBD in unterstützende Krebsbehandlungsprotokolle integriert werden, um Patienten eine sicherere präventive Option als bestehende Medikamente zu bieten.
Verwandte Forschung zeigt auch, dass CBD, wenn es mit THC kombiniert wird, ein stärkeres Nutzen-Risiko-Profil für die chronische Schmerzbehandlung haben könnte als Opioiden. Mehr darüber können Sie hier lesen.
Referenz:
1. Nielsen SW, Hasselsteen SD, Dominiak HSH, Labudovic D, Reiter L, Dalton SO, Herrstedt J. Orales Cannabidiol zur Prävention der akuten und transienten chemotherapieinduzierten peripheren Neuropathie. Support Care Cancer. 2022 Nov;30(11):9441-9451. doi: 10.1007/s00520-022-07312-y.
2. Fernández-Ruiz J, Sagredo O, Pazos MR, García C, Pertwee R, Mechoulam R, Martínez-Orgado J. Cannabidiol für neurodegenerative Erkrankungen: wichtige neue klinische Anwendungen für dieses Phytocannabinoid? Br J Clin Pharmacol. 2013 Feb;75(2):323-33. doi: 10.1111/j.1365-2125.2012.04341.x. PMID: 22625422; PMCID: PMC3579248.
3. Hansen, R.R., Jensen, T.S., Madsen, C.S. et al. (2022). Orales Cannabidiol verhindert akute und kalte Allodynie bei Patienten mit chemotherapieinduzierter peripherer Neuropathie: eine randomisierte, placebokontrollierte Studie. Supportive Care in Cancer. https://doi.org/10.1007/s00520-022-07252-7












